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Sports+Jetlag

Was hat Sport mit Jetlag zu tun?

Die Chronobiologie liefert uns viele wichtige Erkenntnisse darüber,

  • welchen Einfluss (social) Jetlag auf unsere innere Uhr hat,
  • wie sich die Zeitpunkte von Leistungsspitzen und Leistungstiefs individuell unterscheiden, und
  • welche Optionen es gibt, das Leistungsmaximum so gut wie möglich mit dem geforderten Zeitpunkt des Erfolgs in Einklang zu bringen.

 

Eule oder Lerche?

Welcher Chronotyp bist du?

Um herauszufinden, zu welchem Chronotyp du gehörst, musst du natürlich erst einmal wissen, ab wann Chronobiologen von einer Eule und ab wann von einer Lerche sprechen. Dazu gibt es ein paar Anhaltspunkte.
Du wirst zum Chronotyp der Lerche gezählt, wenn Du während Deiner letzten Ferien

  • Morgens ab sechs Uhr wach und fit bist,
  • Deinen Leistungshöhepunkt zwischen 15 und 17 Uhr hast,
  • am liebsten gegen zehn Uhr Abends oder sogar früher ins Bett gehst.

Zum Chronotyp der Eule wirst Du dann gezählt, wenn Du während Deiner letzten Ferien lieber erst um neun Uhr morgens oder später aufstehst.

  • Deinen Leistungshöhepunkt zwischen vier Uhr nachmittags und neun Uhr abends erreichst.
  • Du regelmäßig bis ein Uhr nachts oder noch länger wach bist.

 

Warum ist die Tageszeit entscheidend für Deine Wettkampf-Performance
und für Dein Training?

Je nach Chronotyp hast Du zu unterschiedlichen Tageszeiten Dein kognitives und körperliches Hoch, zu anderen Zeiten des Tages Deine Tiefs. Jeder hat sicherlich bei sich selbst schon einmal festgestellt, dass die Leistungsfähigkeit im Training um 6 Uhr morgens anders ist als um 17 Uhr Nachmittags. Hintergrund dafür sind die von der Tageszeit abhängigen physiologischen und biochemischen Abläufe in unserem Körper, die von einer inneren, circadianen Uhr angetrieben werden (siehe: Chronobiologie): so unterliegt auch die Konzentration von wichtigen Hormone in unserem Körper unterliegen einem von der Tageszeit abhängigem Rhythmus:

  • Cortisol steigt in unserem Blut bereits vor dem Wachwerden noch während des Schlafs an, sodass wir schnell fit sind, nachdem wir aufgestanden sind. Cortisol fördert u.a. als kataboles Hormon den Eiweißabbau und dadurch die für unsere sportliche Tätigkeit so wichtige Gluconeogenese, die unserem Körper in ausreichender Menge Glucose bei Training und Wettkampf zur Verfügung stellt.
     
  • Testosteron ist ein Geschlechtshormon, das in unterschiedlichen Mengen bei Frauen und Männern vorkommt und am Morgen ein tageszeitliches Hoch hat. Als anaboles Hormon steigert es u.a. den Aufbau von Muskelmasse.
     
  • Melatonin wird nur unmittelbar vor und während der Nacht gebildet, induziert Müdigkeit und teilt so u.a. dem Körper mit, wann Schlaf angesagt ist.
     
  • Wachstumshormone spielen vor allem während der menschlichen Entwicklung eine große Rolle, steigen aber auch im Erwachsenenalter noch insbesondere während der Nacht an.

Eine Störung der circadianen Rhythmen dieser Hormone durch z.B. Jetlag wird somit zwangsläufig zu einer Leistungsminderung am Wettkampftag führen. Da die Phasenlage der Hormonrhythmen von Deinem Chronotyp mit abhängt, solltest Du, wenn Du effizient trainieren möchtest und am Wettkampftag Deine maximale Leistung abrufen möchtest, wissen, ob Du eine Lerche oder eher eine Eule bist und die Phasenlage Deiner inneren Uhr entsprechend an den Startzeitpunkt anpassen.


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